Chatbots als Gamechanger: Wie du als Solopreneur dein Business smarter machst
KI und Chatbots bieten unendliche Möglichkeiten, insbesondere für Solopreneure. Doch wie lassen sich diese Tools gewinnbringend einsetzen? Ben Korbach, Experte für KI und Gründer der AI Impact Academy, erklärt im Gespräch, wie KI nicht nur den Arbeitsalltag erleichtert, sondern auch kreative Prozesse unterstützen kann. Dabei teilt er inspirierende Einsichten und praxisnahe Tipps.
Thorsten: Ben, erzähl doch mal, wie bist du zur KI gekommen und was fasziniert dich daran so besonders?
Ben: Sehr gern! Mein Interesse an KI begann 2018, als ich einen Artikel über einen 16-Jährigen las, der mit ChatGPT ein Text-Adventure-Spiel programmiert hatte. Damals verstand ich kaum, was das bedeutete, aber ich hatte sofort das Gefühl: Das könnte etwas Großes sein. Dieses Bauchgefühl hat mich nicht mehr losgelassen. Je tiefer ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, desto klarer wurde mir, wie ich KI für meine Arbeit in Storytelling und Positionierung nutzen kann. Das war der Moment, in dem ich entschied, mein Business komplett auf diese Technologie auszurichten.
Thorsten: Was war für dich der ausschlaggebende Punkt, tiefer in das Thema einzusteigen?
Ben: Ich habe zusammen mit meiner Frau die Neuromarketing-Werkstatt betrieben, wo wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt haben, wie man Texte und Marketing so gestaltet, dass sie perfekt auf die menschliche Psyche abgestimmt sind. Storytelling war dabei ein zentraler Bestandteil. Der Prozess, eine gute Geschichte zu entwickeln, war aber oft sehr aufwendig. Da kam mir die Idee, ChatGPT zu nutzen, um diesen Prozess zu optimieren. Ich habe ChatGPT nicht nur zur Erstellung von Texten genutzt, sondern auch dazu, um Vorlagen und Workflows direkt von der KI entwickeln zu lassen. Das hat alles revolutioniert.
Thorsten: Wie integrierst du KI speziell für Solopreneure?
Ben: Solopreneure sind meine eigene Zielgruppe. KI ist perfekt für Menschen, die keine großen Teams aufbauen wollen, aber dennoch effizient arbeiten möchten. Alles, was ich selbst teste und für mich entwickle, gebe ich direkt weiter. Viele Solopreneure wissen, dass KI wichtig ist, haben aber Schwierigkeiten, den Einstieg zu finden. Sie probieren ChatGPT aus, erzielen erste Ergebnisse, bleiben aber oft an der Oberfläche. Hier setze ich an: Ich zeige, wie man die Tools richtig nutzt, um tiefere und vor allem individuellere Ergebnisse zu erzielen.
Thorsten: Du hast das Konzept eines „Business-Butlers“ entwickelt. Was genau ist das?
Ben: Ein Business-Butler ist im Grunde ein Custom GPT – eine individuell konfigurierte Version von ChatGPT, die perfekt auf dein Business abgestimmt ist. Er kennt deine Ziele, deine Zielgruppe, deine Angebote und deinen Schreibstil. So kannst du ihm einfache Anweisungen geben wie: „Schreib mir einen LinkedIn-Post.“ und er liefert dir passgenaue Ergebnisse. Du kannst ihm alles Wichtige über dich und dein Unternehmen übergeben und er arbeitet auf dieser Basis.
Thorsten: Was sind die größten Herausforderungen bei der Erstellung eines solchen Chatbots?
Ben: Die größte Herausforderung ist die Vorbereitung. Viele Solopreneure müssen sich erstmal grundsätzliche Fragen stellen: Wer ist meine Zielgruppe? Was ist meine Positionierung? Oft fehlt eine klare Markenstory oder ein ausgearbeiteter Kunden-Avatar. Das ist Arbeit, die man nicht überspringen kann. Aber wenn man diese Basis einmal gelegt hat, ist der Rest relativ einfach – und man spart langfristig enorm viel Zeit.
Thorsten: Wie pflegt und optimiert man so einen Business-Butler langfristig?
Ben: Das ist ein laufender Prozess. Dein Business entwickelt sich weiter, neue Zielgruppen oder Angebote kommen hinzu. Diese Änderungen musst du auch in deinem Custom GPT nachziehen. Ich empfehle, alle Dokumente, die du hochlädst, zentral zu speichern. So kannst du Änderungen einfach einpflegen. Mit der Zeit merkst du außerdem, dass du für spezielle Aufgaben wie LinkedIn-Posts oder Blogartikel eigene spezialisierte GPTs erstellen kannst.
Thorsten: Welche Grenzen siehst du bei Chatbots?
Ben: Eine KI kann die menschliche Interaktion nicht ersetzen. Sie gibt keine echte Kritik, sie fordert dich nicht heraus und ist oft sehr „hörig“. Auch strategische Entscheidungen oder das Schaffen von echten zwischenmenschlichen Verbindungen bleiben in der Verantwortung des Menschen. KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für den menschlichen Austausch.
Thorsten: Hast du ein Buch, das dich besonders inspiriert hat?
Ben: Ja, Der Alchimist von Paulo Coelho. Es ist kein klassisches Business-Buch, aber es hat mir auf meinem Weg enorm geholfen. Es erinnert daran, den eigenen Träumen zu folgen, auch wenn der Weg steinig ist. Ich lese es regelmäßig und entdecke immer wieder neue Impulse.
Thorsten: Wie kann man mit dir zusammenarbeiten?
Ben: Am besten erreicht man mich über LinkedIn. Dort teile ich regelmäßig Tipps und biete Kurse über meine AI Impact Academy an. Diese reichen von Einsteigerkursen bis zu Masterclasses, in denen ich zeige, wie man einen eigenen Business-Butler erstellt und nutzt.